Konzept

Wir arbeiten nach dem Berliner Bildungs­programm (.pdf) und orientieren uns an der ­Reggio-Pädagogik (mehr über das Selbstverständnis unserer Erzieher finden Sie hier).

Zurzeit werden 21 Kinder von vier Erzieherinnen, einem Erzieher, einer Auszubildenden und einem Teilnehmer des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) in zwei Gruppen betreut.

Die Gruppen machen täglich Ausflüge auf die Spielplätze der näheren Umgebung und nutzen zudem unseren Hof mit Sandkasten.

Einmal die Woche findet Sport in einer Turnhalle statt und ein Ausflugstag mit wechselnden Zielen.

Das warme vegetarische Mittagessen wird von einem Bio-Catering-Service gebracht. Die Nahrungsmittel für das Frühstück und das Vesper stammen aus einem Bioladen und werden ökologisch produziert.

 

Selbstverständnis der Arbeit in der Kita Hoppetosse

(verfasst vom Erzieherteam)

 

Die Grundhaltung der Erzieher

Grundlage unserer pädagogischen Arbeit ist eine liebevolle, vorurteilsfreie Erziehung der Kinder und eine respektvolle und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern. Im Mittelpunkt steht dabei der Respekt vor dem Kind und seinen Fähigkeiten und die Würdigung und Beachtung seiner jeweiligen Biographie.

Die Zielstellungen unserer Arbeit in der Hoppetosse

Ziel unserer Arbeit ist es, jedes Kind in seiner Individualität zu stärken, und gleichzeitig im Zusammenleben ein Gruppengefühl und solidarisches Verhalten zu entwickeln. Dazu gehört die Unterstützung der Entwicklung eines selbständigen und selbstbewussten Verhaltens, das die Kinder befähigt,sich sicher in der Gruppe bewegen zu können und Verantwortung für sich und die Gruppe zu übernehmen. Der Kinderladen soll ein Ort sein, in dem sich die Kinder wohl und geborgen fühlen und ihren unterschiedlichen Interessen nachgehen und Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln können. Jedes Kind soll dabei Bedingungen vorfinden, die seiner Entdeckerlust Rechnung tragen und Interessen der Kinder wecken. Das ist ein hoher Anspruch, den wir gemeinsam mit den Eltern umsetzen wollen. Es gilt gemeinsam ein Umfeld zu schaffen, damit Lernen gelingen kann.

Wie sehen wir Kinder

Jedes Kind ist einzigartig, wissbegierig und durchdrungen von Entdeckerlust. Es bringt angeborene und schon erworbene individuelle Fähigkeiten mit. Kinder brauchen Liebe und Geborgenheit, die sie in sozialen Beziehungen und Gefügen erhalten. Kinder brauchen Orientierung im Tagesablauf (auch Ruhephasen) und im sozialen Miteinander (Regeln). Kinder brauchen Zeit, um Fähigkeiten zu entwickeln und eine Akzeptanz unterschiedlicher Lernwege seitens ihrer personalen Umwelt. Kinder haben unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse, was sich in ihrem Verhalten äußert. Jedes Kind findet eine individuelle Lebenslage innerhalb seiner Familie vor.

Wie lernen Kinder?

Kinder lernen zum einen durch eigene Erfahrungen. Sie begreifen zum Beispiel die gegenständliche Welt durch das Erforschen und das Beschäftigen mit ihren physikalischen Eigenschaften wie Größe, Gewicht und Gestalt. Wir Erwachsenen können Kindern die materielle Welt nicht erklären. Sie müssen selbst herausfinden, was glatt oder rau, heiß oder kalt ist. Lernen geschieht somit auch mit allen Sinnen (Sehen, Tasten, Riechen, Schmecken, Hören).

Wir brauchen einem Kind auch nicht zu erklären oder zu zeigen, was man alles mit einem Gegenstand anstellen kann. Das Kind will und kann es im Spiel selbst herausfinden. Kinder lernen mit Freude, weil sie dabei immer wieder Neues entdecken können.

Durch die eigenen Erfahrungen und selbst erarbeiteten Lösungen gelangen Kinder zu Erkenntnissen. Dazu muss ihnen die Gelegenheit gegeben werden, verschiedene Möglichkeiten zu entdecken beziehungsweise auszuarbeiten.

Kinder zeigen dabei manchmal ein Verhalten, das für uns Erwachsene nicht immer verständlich ist. Um zu lernen, gehen sie ihre eigenen Wege. Alles, was das Kind macht, hat für es selbst einen Sinn, den wir nicht immer verstehen müssen.

Kinder lernen auch durch Nachahmung. Die Bereitschaft, Verhalten nachzuahmen, ist angeboren. Über die Nachahmung lernt das Kind beispielsweise, welche Funktion Gegenstände haben. Erwachsene brauchen Kindern deshalb nicht beizubringen, wie man einen Löffel zum Essen benutzt. Das können sie, weil sie es zum Beispiel am Esstisch die ganze Zeit schon bei den Eltern gesehen haben.

Im Umgang mit anderen Personen können Kinder durch Imitation soziale Kompetenzen erwerben. Sagen die Eltern beispielsweise vom frühesten Alter an Danke, wenn sie von einem Kind etwas bekommen, wird das Kind lernen, Danke zu sagen, wenn es von den Eltern oder anderen Personen etwas erhält.

Schlussendlich soll noch gesagt werden, dass Kinder zum Lernen Zeit brauchen. Zu manchen Erkenntnissen können Kinder erst ab einem bestimmten Punkt in der Entwicklung gelangen. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo und macht seine eigenen Erfahrungen.

So gestalten wir unsere Arbeit mit den Kindern

Kinder haben ein natürliches Bedürfnis sich zu bewegen, deshalb gehen wir jeden Tag mit ihnen auf verschiedene Spielplätze der Umgebung oder einfach nur spazieren.

Sowohl in der kleinen als auch in der großen Gruppe gibt es eine Turnhallenzeit. Die Großen bekommen ein Turnangebot von einem Sportpädagogen. Die Kleinen besuchen das Jugend- und Sportzentrum Lychi. Im verspiegelten Tanzraum dürfen sie Ballspielen, toben, rollen, klettern, krabbeln, »Feuer, Wasser, Sand« spielen, sich mit Bällen massieren lassen …

Vom Verständnis der selbständigen Bewegungentwicklung her orientieren wir uns an den Beobachtungen von Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg. Zitat: »Jedes Kind hat sein eigenes Zeitmaß der Entwicklung. Seine Autonomie, Individualität und Persönlichkeit können sich entfalten, wenn es sich möglichst selbständig entwickeln darf.«

Wir achten auf Dynamik im Alltag. Es gibt Zeiten in denen die Kinder auch mal laut und wild sein dürfen. Die leisen und achtsamen Stunden gibt es sowieso. Da wir uns viel draußen bewegen, können die Kinder vielfältige Erfahrungen im Stadtbereich, im Straßenverkehr, in der Stadtnatur machen. Hierfür unternehmen wir entsprechend des Alters und der Interessen der Kinder einmal wöchentlich längere Ausflüge in Museen, Theater oder zur Arbeit der Eltern …

Mahlzeiten haben für uns viel mit Genuss, Gesundheit (Bio-Essen) und mit Gesprächen zu tun. Wir gestalten sie mit Kerzen, ruhiger Atmosphäre, kleinen Spielen oder Liedern und einem höflichen Umgang untereinander. Die Mahlzeiten sind eines der vielen haltgebenden Rituale, die unseren Tag
prägen.

Die Kinder können viel im Alltag lernen. So beziehen wir sie in alle Bereiche des Kinderladens mit ein. Sie räumen ihr Geschirr in den Geschirrspüler, wischen den Tisch ab, lernen sich selbst anzuziehen. So ziehen sich die Kleinsten die Hausschuhe allein aus. Wir achten darauf, dass
wir ihnen Tätigkeiten, die sie schon allein können, ermöglichen und nicht abnehmen.

Es gibt in unserem Kinderladen eine Werkstatt. In dieser können interessierte größere Kinder mit Hammer, Nagel, Säge, Holz, Kleister und anderem Werkzeug umgehen.

Das freie Spiel der Kinder ist uns wichtig. Die Kinder erhalten Zeit, in der sie ungestört spielen können. Wir unterbrechen sie möglichst nicht in solch intensivem Tun.

Wir sind ein musikalischer Kinderladen. Es gibt Momente im Tagesablauf, in denen wir singen, klatschen, tanzen: zum Beispiel vor den Mahlzeiten oder bevor wir hinausgehen. Darüber hinaus lieben die Kinder unsere Musikangebote, zu denen wir die Orff-Instrumente herausholen und länger musizieren.

Der Raum fungiert bei uns als dritter Erzieher. Wir stellen den Kindern Material bereit, das sie aktuell anspricht. Damit meinen wir nicht ausschließlich klassisches Spielzeug, sondern eher Dinge aus der Natur, aus der Arbeitswelt oder aus dem Haushalt, wie Kastanien, Stöcke, Stethoskop, Binden, Reagenzgläser, Holzbretter, Töpfe, Trichter …

Bücher verstehen wir als einen anderen Weg, die Welt zu verstehen, und sich Wissen anzueignen. Wir lesen den Kindern täglich in unterschiedlichsten Momenten vor. Sie können sich aus unserem großen Fundus Bücher anschauen. Wir besuchen die Bibliothek.